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Warum der Blutring in Barcelona spielt und wie er entstand ...

Autor Gerd Ruebenstrunks erzählt euch, wie er auf die Idee zu seinem Jugendthriller „Blutring“ kam und warum seine Geschichte ausgerechnet in Barcelona spielt!

Der „Blutring“ spielt in Barcelona. Die Stadt spielt eine wichtige Rolle in der Geschichte und ist schon fast ein eigener Charakter neben den Protagonisten. Warum haben Sie sich gerade für diese Metropole entschieden? Übt sie für Sie eine besondere Faszination aus und warum?

Barcelona ist eine Stadt, deren Magie wohl jeden Besucher in ihren Bann zieht, mich natürlich auch. Es ist eine Stadt mit einer langen Tradition, die alle Vorzüge der mediterranen Kultur in sich vereint, aber die natürlich auch dunkle Seiten hat. Die Magie dieses Ortes hat Carlos Ruiz Zafón auf unnachahmliche Weise eingefangen. Für einen Autor bietet Barcelona eine nahezu unerschöpfliche Auswahl an Themen, Orten und Geschichten, also eine ideale Grundlage, um Geheimnisse zu entdecken, von denen ich einige in den „Blutring“ eingebaut habe. 

Wie ist die Idee zum „Blutring“ entstanden?

Wie bei vielen meiner Bücher, so stand auch beim „Blutring“ anfangs lediglich ein Begriff, der mir irgendwann einmal durch den Kopf gegangen war: „Gadscho Dan“. Woher der gekommen ist, weiß ich nicht – vielleicht, weil ich gerade ein Buch über Roma gelesen hatte? Als „gadscho“ bezeichnen die Roma alle Nicht-Roma, und daraus entwickelte sich dann die Idee, einen jungen gadscho mit den Roma zusammenzubringen. Ich habe vor vielen Jahren einmal in der Deutschen Schule in Barcelona einige Lesungen durchgeführt, und so kam mir der Gedanke, den Erzähler ebenfalls dorthin zu schicken. Gerade diese gewisse Entwurzelung durch den Umzug macht ihn ja offen für die Begegnung mit den Kalé, den Roma von Barcelona.

In Ihrem Roman geht es um Verschwörungen und ein magisches Artefakt. Lesen Sie selbst auch am liebsten Verschwörungsromane a la Dan Brown?

Am liebsten nicht, aber ich habe die ersten drei Dan Browns natürlich gelesen und mag es sehr, wenn ein Buch nicht nur spannend ist, sondern ich durch die Lektüre auch noch etwas lernen kann. Nach diesem Prinzip ist ja bereits meine Trilogie um „Arthur und die Vergessenen Bücher“ entstanden. Wer den „Blutring“ liest, weiß hinterher mehr über die Stadt Barcelona und ihre Geschichte und über die Kultur der Kalé.

Gibt es für den legendären Blutring des Tamerlan ein historisches oder fiktionales Vorbild?

Nicht, dass es mir bewusst wäre – aber die Suche nach einem geheimnisvollen, mächtigen historischen Artefakt ist ja als Motiv aus vielen Büchern gut bekannt. Als Jugendlicher hat mich die Erzählung „Der violette Tod“ von Gustav Meyrink sehr beeindruckt, die in einem abgelegenen tibetanischen Tal spielt und mir damals sehr gruselig vorkam. Deshalb stammt auch der Ring von dort.

Warum haben Sie gerade das Thema der Roma aufgegriffen?

Die Kultur der Roma hat mich schon immer fasziniert, und ich glaube, dass wir Deutschen ihnen gegenüber eine besondere Verantwortung haben. Im  Nationalsozialismus wurden Hunderttausende Roma von Deutschen ermordet. Deshalb hoffe ich, dass die Lektüre des „Blutrings“ bei den Leserinnen und Lesern vielleicht ein wenig dazu beiträgt, sie gegen dumpfe antiziganistische Parolen zu immunisieren, die wir in den letzten Jahren immer häufiger zu hören bekommen. 

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