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Was ist eigentlich ein perfekter Granatapfeltag? Karolin Kolbe im Gespräch

Autorin Karolin Kolbe hat uns davon erzählt, wie sie die Ideen für ihre Bücher bekommt, was toll am Couchsurfing ist und wie man einen Granatapfeltag verbringt.


Liebe Frau Kolbe, „Granatapfeltage“ ist inzwischen Ihr drittes Buch. Dieses Mal suchen Greta und Artjom in Spanien nach Freiheit und dem Sinn ihres Lebens. Mit Fahrrad und Rucksack machen sie sich auf den Weg und müssen so einige Hürden bewältigen. Alle Ihre Bücher sind nah an den Themen von Jugendlichen dran. Schöpfen Sie Ihre Ideen mitten aus dem echten Leben oder wie lassen Sie sich inspirieren?

Ich muss sagen, gerade in den letzten Jahren schreibe ich fast nur noch Geschichten, deren Grundlage irgendwie bei meinen Freunden, Freundinnen oder mir liegt. Ich leihe mir so eine Basis oder eine Idee aus meinem Leben und mache eine Geschichte daraus. Das Praktische ist, dass ich für kleine Details dann immer bei den Leuten nachfragen kann oder mich mit ihnen treffe und ein kleines Interview führe. Bei „Granatapfeltage“ kam ich über einen Freund auf die Idee: als ich ihn in Berlin kennenlernte, meinte er, er will irgendwann einfach mal mit dem Fahrrad losfahren und dafür würde er sich nach und nach ausstatten. Dieser Gedanke ist offenbar eine Weile in mir hängen geblieben. Auch für die Reise in der Geschichte selbst habe ich mich mit drei Freundinnen und Freunden getroffen, die mir von ihren Erlebnissen erzählt haben. Und wenn man all diese Kleinigkeiten mischt, dann landet man plötzlich bei einer Geschichte wie Granatapfeltage.

 

Weit ab von den Touristenwegen und den Lonely-Planet-bewerteten Unterkünften, couchsurfen die beiden durch Spanien. Damit liegen Greta und Artjom voll im Trend. Haben Sie auch schon mal bei völlig Fremden auf dem Sofa übernachtet und was war dabei Ihr schrägstes Erlebnis? Was macht die Faszination am Couchsurfen aus?

Ja, auch ich couchsurfe. Einerseits ist das natürlich sehr praktisch und günstig, besonders, wenn man es mit trampen verbindet. Andererseits hat man oft die Möglichkeit, über die Menschen, die in der Wohnung leben, direkt in den Ort einzutauchen und nicht ganz zu sehr Touristin zu sein. Ich finde generell dieses Prinzip des Teilens toll: bei Lebensmitteln, bei Kleidung und eben auch bei der Wohnung, wenn man ein Sofa frei hat.

Couchsurfen ist natürlich auch irgendwie persönlich: man wohnt bei dem Hoster in der Wohnung, kocht dort Essen, duscht, unterhält sich. Das kann total schön sein, es passiert natürlich auch mal, dass es absolut nicht passt. Ich hatte bisher aber noch kein richtig schräges Erlebnis … naja … einmal war ich an der Nordsee und der Hoster war supernett und wollte uns überall mit seinem Auto hinfahren, sogar die allerkleinsten Wege. Das war natürlich lieb gemeint, aber für mich als Fahrrad- und U-Bahnfahrerin auch ungewohnt, dass so häufig das Auto benutzt wird.

 

Für Greta sind Granatapfeltage ganz besondere Tage – süß und voller Überraschungen. Vor allem ihre geliebte Granatapfelhose trägt sie als Glücksbringer. Haben Sie auch einen solchen Glücksbringer und was wäre ihr Traum-Granatapfeltag?

Die Sonne ist ein guter Glücksbringer: wenn sie da ist, dann ist sie Garant für ein Quäntchen mehr gute Laune! Deshalb würde es an meinem Granatapfeltag auch auf jeden Fall sehr sonnig sein. Morgens stehe ich auf und sie scheint schon in mein Zimmer. Ich gehe erstmal raus, mache etwas Sport, und komme dann zurück, habe Zeit, Lust und Inspiration zu schreiben und mache mir dazu einen Hafermilch-Kaffee.

Dann treffe ich mich mittags zum Picknick am See mit Freunden und Freundinnen, wir schwimmen, spielen Spiele, essen und verbringen den ganzen Tag dort. Abends, wenn es dunkel wird, gibt es Lagerfeuer.

Mein Granatapfeltag ist im Sommer auf jeden Fall sehr machbar! Ich muss sagen, mit Sonne, netten Menschen, See und dem Gefühl, schon ein bisschen geschrieben zu haben, ist mein Tag schon granatapfellig!

 

Zu „Granatapfeltage“ gibt es ein Prequel, das die Vorgeschichte, wie es zu dem Roadtrip nach Spanien überhaupt kommt, aufnimmt. Warum ist es letztlich doch die Geschichte von der Reise selber geworden?

Weil ich wissen wollte, wie es bei Greta weitergeht, nachdem ich sie in ihren Reisevorbereitungen so gut kennenlernte!

Ich habe den ersten Band zunächst für sich allein stehend geschrieben. Es geht darum, was passieren muss, damit eine junge Frau wie Greta sich entscheidet, trotz eigener Bedenken, ehrgeiziger Eltern und einem komfortablen Leben auf eine unwegsame Reise zu gehen.

Innerhalb der Geschichte lernt man Greta kennen, ihre Familie, ihre beste Freundin und Artjom, bei dem sie auch nicht ganz sicher ist, wie sie zu ihm steht. Doch die Geschichte war so nicht zu Ende erzählt. In dem zweiten Band, bei dem es um die Reise geht, kann Greta endlich ihren Traum leben. Und für Leserinnen und Leser ist es auf jeden Fall toll, die Vorgeschichte zu kennen: warum zieht Greta los, wie hat sie Artjom kennengelernt und weshalb kann sie sich oft nicht einhundert Prozent von zu Hause lösen? Granatapfeltage 1 & 2 gehören auf jeden Fall zusammen! Denn jede so wichtige Reise hat ihre Vorgeschichte.

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