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Joachim Friedrich

Joachim Friedrich über sich:

Ich wurde am 11. August 1953 um 22.00 Uhr im Ruhrgebiet, genauer gesagt, in Oberhausen geboren. Ich lebe immer noch im Ruhrgebiet, genauer gesagt, in Bottrop. Ich lebe sehr gern dort, vor allem wegen der Menschen, und ich kann mir kaum vorstellen einmal von dort wegzugehen. Meine Eltern sind, wie es so schön heißt, ganz normale Leute. Mein Vater arbeitete vor seiner Pensionierung als Feuerwehrhauptmann und meine Mutter als Verkäuferin.

Was das Geschichtenschreiben betrifft, war meine Mutter in zweierlei Hinsicht ganz besonders wichtig für mich: Sie konnte zum einen Geschichten schreiben. Ohne sich besonders anzustrengen, hat sie immer gute Zensuren für ihre Schulaufsätze bekommen. Das hat sie mir wohl vererbt. Außerdem hat mich meine Mutter „so nebenbei“ gelehrt, wie schön Lesen sein kann. Der Grund dafür ist ihre Leidenschaft für Kriminalromane. Denn schon bald wurde ich neugierig. Was war nur an diesen Krimis, dass meine Mutter sie buchstäblich verschlang? Und siehe da, in unserer Stadtbibliothek gab es nicht nur Krimis für Erwachsene, sondern auch für Kinder. Zu meinen schönsten Kindheitserinnerungen zählen die Winterabende, die ich mit meiner Mutter in unserer Küche verbrachte, sie an der einen Seite des Küchentisches und ich an der anderen, beide mit einem Krimi vor der Nase.

Die Wahl meines Berufs hat mich sehr lange beschäftigt, eigentlich bis heute. Ich hatte die Realschule mit einem Notendurchschnitt abgeschlossen, der meine Eltern nicht gerade in Entzücken versetzte. Außerdem hatte ich mir nie viel Gedanken darüber gemacht, welchen Beruf ich ergreifen wollte. Doch plötzlich musste ich eine Entscheidung treffen. Ich wählte, das weiß ich heute, den leichtesten Weg: Ich wollte ins Büro! Ich stellte mir vor, dort wäre es immer schön warm, die Wochenenden hätte ich frei und ich könnte während der Arbeit Kaffee trinken. Noch während der Ausbildung beobachtete ich, was die Leute taten, die auch diesen Beruf erlernt hatten. Es gefiel mir nicht. Ich fand es langweilig. Also packte mich der Ehrgeiz. Ich dachte, ich müsse mich besser ausbilden, dann würde ich auch eine Beschäftigung finden, die mir Spaß machte. Also holte ich das Abitur nach und studierte Volkswirtschaftslehre. Aber nachdem ich damit fertig war, stellte ich fest, dass mir die Arbeitsstellen, die mir angeboten wurden, auch nicht sehr gefielen. Also machte ich weiter. Mit meinem Doktor in der Tasche fing ich schließlich bei der Lufthansa an. Ich flog ein paar Jahre um die Welt und es gefiel mir eigentlich ganz gut. Doch so richtig zufrieden war ich nicht. Ich entschied mich, noch eine Stufe höher zu klettern und wurde Professor und Unternehmensberater.

Mittlerweile war ich schon Mitte dreißig. Da entdeckte ich das Buch „Momo“ von Michael Ende. Als ich es las, wurde mir schlagartig etwas bewusst. Die „grauen Herren“, die in der Geschichte anderen Leuten die Zeit stehlen und gegen die Momo kämpft, waren so wie ich. Ich war einer dieser grauen Herren geworden. Das musste ich ändern. Ich entschloss mich noch einmal von vorne anzufangen.

Ich erinnerte mich an meine Kindheit und daran, wie gern ich damals Geschichten gelesen und erzählt hatte. Und da ich durch eine Geschichte zu dem Entschluss gekommen war mein Leben zu ändern, begann ich selbst Geschichten zu schreiben.

Ihr könnt Joachim Friedrich auch eine E-Mail schreiben unter: joachimfriedrich@me.com.

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