Thienemann-Esslinger

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Michael Ende | 1929–1995


„Denn danach suchen wir letzten Endes nur, die Poesie ins Leben zu verweben, im Leben selbst die Poesie zu finden.“ Michael Ende

Für viele Kinder und Erwachsene gehören die Figuren aus Michael Endes Büchern zu den engen Vertrauten ihre eigenen Traumreisen und Wunschbilder. Im Sinne der Romantiker wollte Ende die Welt wieder mit Poesie aufladen, die Phantasie der Menschen mobilisieren und auf eine geistige Wirklichkeit verweisen, die hinter den Dingen liegt.

1951 auf 1952


in der Silvesternacht lernt Michael Ende seine spätere Frau, die Schauspielerin Ingeborg Hoffmann, kennen. Durch sie findet er Kontakt zu verschiedenen politisch-literarischen Kabaretts, die gerade ihre beste Zeit haben („Die kleinen Fische“, „Lach- und Schießgesellschaft“). Er schreibt Sketche, Chansons, Soli. Mehrmals führt er am Volkstheater Regie. Doch die Honorare reichen kaum, um für sich und die Mutter die Wohnungsmiete zu zahlen. Die Eltern haben sich inzwischen getrennt. Die finanzielle Lage wird immer schlimmer.

Gleichzeitig gerät Michael Ende in eine künstlerisch- literarische Krise. Die vierjährige Auseinandersetzung mit den theoretischen Schriften Brechts treibt ihn in eine Sackgasse, aus der er nicht mehr hinausfindet. Er beschließt, das Schreiben aufzugeben. Aber er gibt sich noch eine letzte Chance. Er will versuchen, etwas „ganz anderes“ zu machen, etwas, das mit der gestrengen Doktrin des großen Meisters nichts zu tun hat. Ein flüchtiger Bekannter, ein Grafiker, hat ihn um einen Bilderbuchtext gebeten. Er erfüllt ihm diesen Wunsch.
Dabei überlässt er sich einfach der Lust am Fabulieren, ohne Plan, ohne Absicht.
Nach über einem Jahr ist ein dickes Manuskript entstanden: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer. Das war 1958.

Die nächsten anderthalb Jahre geht das Manuskript auf eine Reise durch über zehn Verlage, kommt aber jedesmal wieder zurück. Schließlich landet es bei
Lotte Weitbrecht, der damaligen Leiterin des K. Thienemanns Verlag. Das Manuskript wird aufgeteilt und so erscheinen 1960 Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer und 1962 Jim Knopf und die Wilde 13.

Sofort wird der erste Band mit dem Deutschen Jugenbuchpreis ausgezeichnet. Funk und Fernsehen bringen Serien nach dem Buch heraus. Die Verkaufszahlen steigen so sprunghaft, dass der Verlag kaum mit Neuauflagen nachkommt. Beide Bände werden in viele Sprachen übersetzt.

Durch den Erfolg finanziell unabhängig, widmet sich Michael Ende nun ganz seiner Leidenschaft für das Schreiben von Theaterstücken.