Thienemann-Esslinger

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Alles so leicht

Ab 13 Jahre

320 Seiten

Format:
138 x 220 mm

ISBN:
978-3-522-20215-2

Übersetzt von:
Alexandra Ernst

Preis:
19,99

Erscheinungstermin:
13.07.2015

Sofort lieferbar.
Lieferzeit 3-4 Werktage.

Meg Haston

Alles so leicht

Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen, aus diesem Körper, aus diesem Leben zu verschwinden. Aber alle wollen sie daran hindern. Ihr Vater, der sie ins Therapiezentrum einweisen ließ. Anna, die so ganz anders ist als die anderen Seelenklempner. Und selbst den Mädchen, mit denen sie ein Zimmer und ein Schicksal teilt, fühlt sich Stevie jeden Tag näher. Aber sie wird sich nicht öffnen, sie hat schließlich einen Plan.

Ehrlich bis zur Schmerzgrenze, mitfühlend und hoffnungsvoll erzählt.


Pressestimmen

"Die Autorin zeigt mit ihrer bewundernswerten Geschichte jedoch schonungslos, wie es selten der Fall ist, die emotionalen wie psychischen Abgründe dieser Krankheit auf."

Eselsohr, Katharina Weinbrenner, 19 Jahre


"Ein außergewöhnliches und hoffnungsvolles Buch."

Westfälische Nachrichten, Beate Schräder


"Stark, zerbrechlich, arrogant, verletzt, die Autorin trifft den Ton der Jugendlichen und beschreibt die Gefühlswelt packend und weit unter der Oberfläche."

Mittwoch Aktuell, Antje Diller-Wolff


"Die Autorin weiß, wovon sie spricht. Schreiben sei für sie Rettung gewesen, sagt sie. In der Tradition jugendliterarischer Warn- und Aufklärungsbücher gibt sie einen Enblick in das System Selbstvernichtung."

DIE ZEIT, Christine Knödler


"Ein hervorragendes Buch, das durch seine klaren Beobachtungen und seinen Verzicht auf Pathos fesselt. Eine berührende Geschichte, die am Ende eine hart erarbeitete Hoffnung weckt."

Westfälische Nachrichten, Dorle Neumann


"Ein außergewöhnliches Buch zum Thema Magersucht und Bulimie, das unter die Haut geht!"

Münchner Merkur, Dominique Salcher


"'Alles so leicht' ist ein literarischer Jugendroman von ganz besonderer Wucht und Schönheit."

Literacy.at


„Wunderschön erzählt. Unbedingt zu empfehlen.“

Pinselfisch



Extras & Events

Buchtrailer | Alles so leicht

Die 17-Jährige Stevie hat nichts mehr zu verlieren. Sie ist fest entschlossen aus ihrem Leben zu verschwinden. Hier geht's zum Trailer!  mehr ...

Leserstimmen

Ein großartiges Buch über Schuld, Angst und Trauer

MyBookChaos (05-06-17 13:03)

MEINUNG:
Ich habe mich sofort und unwiderruflich in das wunderschöne Cover verliebt! So passt es doch perfekt zum Buch und zum Titel. Und auch der Inhalt ist besonders.

Stevie, die eigentlich Stephanie heißt und ihre Rippen zählt, um sich zu beruhigen, hat beschlossen zu sterben. Sie weiß wie und vor allem weiß sie, wann. Denn zum Jahrestag eines schrecklichen Ereignisses, an dem sie sich die Schuld gibt, will sie sterben. Doch ihr Vater weist sie in ein Therapiezentrum ein und dort wird alles anders.
Stevie hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Ihre Angst und überhaupt ihre Gefühle wurden von Meg Haston so überzeugend beschrieben, dass ich mich problemlos in sie hineinversetzen konnte. Gerade auch was Trauer angeht, hat die Autorin eine sehr intensive Art zu schreiben, so dass die Verzweiflung und Traurigkeit fast greifbar waren.
Erst nach und nach erfährt man, was eigentlich vor einem Jahr passiert ist und warum Stevie beschlossen hat, zu sterben. Würde ich den Grund hier jetzt schreiben würde einige vielleicht denken: "Was ist das denn für ein Grund? Da kann sie ja nichts für!" Und eigentlich ist es natürlich auch so. Die Autorin hat es aber geschafft, deutlich zu machen, wie Stevie in diese Verzweiflung gerutscht ist und die es so weit kommen konnte. Je mehr man von der Geschichte erfährt, desto mehr kann man sie verstehen und mit ihr mitfühlen.

Als wunderbaren Gegenpart zu Stevie spielt Anna, ihre SK (Seelenklempnerin), eine große Rolle. Anna ist eine warmherzige, lustige und einfühlsame Person, die versucht, Stevie nach und nach aus ihrem selbstgebauten Gefängnis zu befreien.
Aber auch die anderen Mädchen, die ebenfalls im Therapiezentrum sind und denen Stevie nicht den ganzen Tag aus dem Weg kann, auch wenn sie das gerne möchte, sind wunderbar beschrieben worden. Jede hat ihre Eigenarten und es war sehr interessant zu erleben, wie sich die Beziehungen der Mädchen untereinander entwickelten.

Der Schreibstil von Meg Haston gefällt mir sehr gut. Trotz des ernsten Themas lässt sie Stevie voller Sarkasmus und Humor erzählen, was das Buch einerseits leichter macht, andererseits aber auch beklemmender.

LIEBLINGSZITATE:
Ich stich mir die Haare aus dem Gesicht und ließ sie dann wieder los. Wie sollte man die Haare tragen, wenn der eigene Bruder tot war?
Seite 180 (laut E-Reader)

Die Luft in der Wohnung war abgestanden und so randvoll mit Trauer und Wut, dass für uns kaum Platz war.
Seite 181 (laut E-Reader)

FAZIT:
Ein großartiges Buch über Schuld, Angst und Trauer, das mich noch lange danach beschäftigt hat.

Die Schwere des Lebens endet so leicht...

Klaudia (30-12-16 18:54)

Inhalt

Stevie ist fest entschlossen, ihrem Leben ein Ende zu bereiten. Das hat sie verdient, nach dem Unglück, das sie hervorgerufen hat. Für ihren Bruder Josh, ihren liebevollen Vater, ihre ständig abwesende und kalte Mutter. Sie hat ihre Familie zerstört, so wie sie ihren Körper zerstört – in kleinen Schritten, langsam, unaufhaltsam. Der einzige Ausweg ist das Therapiezentrum, in das sie eingewiesen wird. Doch kann sie die Leere ihres Körpers, der sich trotz der Entbehrung so schwer anfühlt, wirklich gehen lassen?

Meine Bewertung

Es gibt Bücher, die gehen unter die Haut. Sie berühren dich, lassen dich nicht los, halten dich fest in ihren Seiten und du tauchst so tief in die Geschichte ein, dass du jedes Gefühl des Protagonisten in dir nachhallen spürst. Genauso erging es mir mit „Alles so leicht“ von Meg Haston – dieses Buch hat mich aufgesaugt, mich bei jedem Wort mit Stevie mitfühlen lassen und wieder ausgespuckt. Ich liebe es.

Stevies Geschichte ist so mitreißend, wobei der Schreibstil der Autorin eher still ist. Mit präzisen, schonungslosen Beschreibungen wechselt sie zwischen Stevies Gegenwart im Therapiezentrum für Mädchen mit Essstörungen und ihrer Vergangenheit bei ihrer Familie hin und her. Stevie durchlebt eine Phase der Wandlung, der Zerrissenheit, der Selbstzerstörung, die offen und ehrlich beschrieben wird. Ihr größter Feind: Sie selbst. Ihr Körper ist ihre Waffe und ihr Schlachtfeld zugleich, während sie unerbittlich gegen ihre Dämonen ankämpft. Meg Haston hat eine sehr mitreißende Art, den Leser ins Buch zu ziehen, sodass man von Anfang an gefesselt ist und erfahren möchte, wie es weitergeht – gerade durch die vielen Cliffhanger in der Sicht aus der Vergangenheit wird dieser Effekt verstärkt.

Die Story dreht sich dabei um Stevies Zeit im Therapiezentrum, um die Zeit, die unaufhaltsam verrinnt, während sie dem Jahrestag näher rückt, an dem ihr eigener Tod besiegelt werden soll. Oder wohl eher sollte – denn bevor Stevie sich zu Tode hungern kann, wird sie ans andere Ende der USA gekarrt und eingewiesen. Mit einer unerbittlichen Härte kämpft sie für ihr Recht auf den Tod, kämpft gegen sich selbst, mit einem Hass, der langsam bis auf die Wurzeln aufgedeckt wird, je mehr man über Stevie und ihre Vergangenheit erfährt. Der Tod ihres Bruders spielt eine große Rolle darin, ein einzigartiges Mädchen ebenfalls und auch die Abwesenheit ihrer kalten, perfektionistischen Mutter ist ein Auslöser für ihren schrecklichen Todeswunsch.

Die Charaktere sind dabei ebenfalls sehr realistisch und beeindruckend beschrieben. Jeder hat sein eigenes Päckchen zu tragen, jeder kämpft allein und doch gemeinsam. Der Zusammenhalt unter den Mädchen ist geprägt von Kalorien, Einschränkungen und Ängsten, Neue in der Gruppe werden ebenso skeptisch beäugt wie Eltern zu Besuch. Der Therapiealltag war auf seine Art sehr bedrückend und doch auch befreiend. Man leidet mit Stevie mit, wenn man in ihr Leben eintaucht, wünscht sich so sehr ihre Genesung und gleichzeitig eine schnelle Erleichterung für ihre Seele, die von so viel Leid geprägt ist.

Was dieses Buch ist: Schwer. Leicht ist hier nichts, aber man kann sich wunderbar darin verlieren, mitfiebern, weinen und hoffen. Denn Hoffnung ist letztendlich das, was alle am Laufen hält, selbst wenn die Welt und der Kampf gegen sich selbst zu schwer wird. Meg Haston hat es geschafft, alles trotz der Schwere so wunderbar leicht zu machen.

Alles so leicht

Lisa F. (19-12-16 13:41)

Dieses Buch behandelt Essstörungen als Hauptthema. Nicht nur die Hauptperson, Stevie, leidet darunter, sondern auch die anderen Mädchen im Therapiezentrum, zu dem Stevie am Anfang des Buches geschickt wurde. Man merkt sofort, dass die Autorin sehr gut recherchiert hat und dadurch nicht nur Stevies Kampf mit einer Essstörung sehr realistisch darstellen konnte.

Doch Stevie trauert daneben auch noch um ihren Bruder, der vor gut einem Jahr starb. Wie es dazu kam, erfahren wir durch Stevies Flashbacks, sodass am Ende des Buches Stevies ganze traurige Geschichte zutage tritt und man sehr mit ihr mitfühlt, selber auch trauert und sehr gut nachvollziehen kann, warum Stevie denn so erpicht darauf ist, aus ihrem Körper zu verschwinden.

Auch die anderen Figuren im Therapiezentrum haben ihre eigenen Geschichten zu erzählen, wie Ashley, Stevies Mitbewohnerin, die anfangs von Stevie als schwach bezeichnet und ignoriert wird, dann aber ungeahnte Tiefen bergt.

Meg Hastons Schreibstil ist angenehm und leicht zu lesen, des Weiteren zieht sie einen sehr schnell ins Buch hinein, was bei mir dazu geführt hat, dass ich dieses Buch in einem Rutsch gelesen habe.

Alles so leicht

Sharon R. (19-12-16 13:39)

So ein wahnsinnig schönes Buch! Es gibt einfach Bücher , die beeindrucken einen nachhaltig und man muss immer wieder an sie zurück denken. "Alles so leicht" ist definitiv ein solches Exemplar. Super authentisch und ehrlich geschrieben . Ich mochte Stevie so gerne und habe bis zum Schluss ganz fest gehofft, sie möge aus ihrem Strudel herauskommen und zurück ins Leben finden . Ich konnte mich durch das Buch viel besser in das Seelenleben einer Magersüchtigen hineinversetzen und sehe manche Dinge dadurch aus einem ganz anderen Blickwinkel und habe auch nachhaltig begonnen , viel zu hinterfragen . Allein den Umgang mit jungen Mädchen heutzutage, das Schönheitsideal , die Medien und vor allem : wie kann man junge Mädchen nachhaltig davor schützen . Meg Hastons Art und Weise zu schreiben ist dabei noch die Kirsche auf der Sahne auf der Torte . Ein wundervolles Buch dem ich 5 von 5 ***** Sternen gebe . Ich werde sicherlich noch lange daran zurückdenken und es auch weiter empfehlen.

Alles so leicht

Janina G. (19-12-16 13:38)

Die 17. jährige Stevie wird wegen Esstörung in eine Therapie zwangseingewiesen. Ihr Ziel war es zum Jahrestag des Todes ihres Bruders aus dem Leben zu verschwinden. Erst Schritt für Schritt öffnet Sie sich ihren Gefühlen.

Mich hat diese Geschichte garnicht mehr losgelassen und man hat mit Stevie gelitten und gebangt. Ein wirklich beeindruckendes Buch!

Alles so leicht

Lena (18-04-16 14:29)

Ein gutes Buch, die Geschichte ist originell und glaubhaft dargestellt.
Dennoch lassen sich Charaktere erkennen, die in vielen Geschichten vorkommen.

Alles so leicht - oder doch nicht?

goat (30-10-15 22:24)

Nur dem Umstand, dass Stevie "erst" siebzehn ist, ist es zu verdanken, dass sie sich einer Therapie nicht allein entziehen kann. Ihr Vater hat in der letzten Sekunde die Reißleine gezogen. Hungert seine Tochter noch weiter, dann wird es sie bald nicht mehr geben. Aber genau das hat Stevie vor: Bevor der Todestag ihres Bruders sich zum ersten Mal jährt, möchte sie diese Welt verlassen haben. Und nichts und niemand wird sie davon abhalten …

„Alles so leicht“ ist gar nicht mal so leicht und ließ mich an manchen Stellen schon sehr nachdenklich werden. Diese Krankheit ist sehr schlimm, aber ich bin mir sicher, dass Meg Haston mit ihrem Roman einen großen Teil dazu beitragen kann, wachzurütteln. Ein sehr schöner Text zu einem nicht sehr schönen aber doch wichtigem Thema. Ich habe mich schnell in die Lage von Stevie hineinversetzen können, weil die Autorin mit ihrer lebhaften Schreibweise alles wahnsinnig authentisch rüberbringen kann. Die Einlieferung in die "Klinik", Stevies Gedanken und auch ihre Gefühle. Es wird schnell klar, dass sich Stevie mit ihrem Umfeld auseinandersetzen muss, denn sterben wird man sie dort nicht lassen. Durch die strenge Überwachung wird sie ihren Plan auch nicht in die Tat umsetzen können. Doch die Frage, die sich dem Leser die ganze Zeit stellt ist, wie es der Therapeutin gelingt, Stevies Vertrauen zu gewinnen und ob sie e auch schafft, Stevies Denken in die richtige Richtung zu lenken.

Zusätzlich zum guten Schreibstil, machen die überzeugenden Charaktere einen Großteil dieses wundervollen Jugendromans aus, der für mich einer der besten Jugendromane in den letzten Jahren ist. Ich kann ihn nur empfehlen und vergebe fünf Sterne.

Was bleibt, ist das Gefühl

Melanie Reichert (22-08-15 19:37)

Zunächst einmal muss ich den Roman in einem Wort zusammenfassen: Wow! Endlich mal wieder eine Geschichte, die mich von vorne bis hinten begeistern konnte und auch nicht mehr losgelassen hat. Entgegen dem Titel und dem malerischen Cover ist die Story alles andere als leicht. Die Autorin weiß, von was sie schreibt und deshalb geht der Leser mit den Chrarakteren durch alle Höhen und Tiefen – und von den Tiefen gibt es weiß Gott genug.

Wir bekommen diesen mitfühlenden Roman aus Sicht der Protagonistin Stevie erzählt. Schon auf der ersten Seite wird klar, dass sie ein riesiges Päckchen zu tragen hat. Es bedarf nicht vieler Worte, damit der Leser abgeholt wird. Man schlägt das Buch auf, fängt an zu lesen und ist schon mitten drin. Immer wieder wird die eigentliche Geschichte durch Flashbacks unterbrochen, um die Vergangenheiten von Stevie zu beleuchten. So setzt sich das Puzzle langsam zusammen und viele Dinge ergeben spätestens dann einen Sinn.

Stevie ist ein sehr komplexer Charakter. Viele Fassetten zeigen sich erst nach und nach, aber der Leser muss von Anfang an mit ihr mitfühlen. Sie ist nicht die typische Heldin und hat eigentlich so gar nichts heldenhaftes an sich und doch hat mich dieses Mädchen tief berührt. Die Autorin lässt die Protagonistin so real erscheinen, dass man ihr auch jedes Gefühl – jedes Lächeln, jeder Wutanfall und auch jede Träne – abnimmt. Sie ist durch und durch authentisch. Diese Symphatie für Stevie hat wohl auch dazu beigetragen, dass ich das Buch förmlich verschlungen und praktisch nicht aus der Hand gelegt habe. Die ganze Geschichte steuert auf diesen einen Punkt hin und der Leser ist wie hypnotisiert, kann sich dem Sog der Geschehnisse nicht entziehen.

Man merkt, dass sich die Autorin viel Mühe mit den Charakteren gegeben hat. Sie stellt nicht viele Personen in den Mittelpunkt, selbst die Nebencharaktere erscheinen zunächst nur im Hintergrund zu agieren, aber dann sind da immer wieder liebevolle Details, die sie lebendig machen und schlussendlich stehen auch sie im Mittelpunkt – ohne dass man es gemerkt hat. Für die Charakterzeichnung möchte ich deshalb ein großes Lob aussprechen. Wer kennt das nicht? Die Geschichte kann noch so gut sein, wenn sie keine authentischen Charaktere hat, ist sie doch keine gute Geschichte.

Ich denke, dass das Thema Bulemie den Kern der Zeit trifft. Es ist mutig, offen über dieses Thema zu schreiben. Dabei ist Haston nicht nur nüchtern und direkt, sondern auch einfühlsam vorgegangen. Sie beschönigt nichts. Alles wird direkt angesprochen und die Ehrlichkeit, die Stevie an den Tag legt, hat mich manchmal auf emotionaler Ebene doch sehr schlucken lassen. Auch das Thema Schuld spielt eine große Rolle in dieser Geschichte. Ich denke, dass hier jeder auf die ein oder andere Art angesprochen wird, denn wir alle haben uns sicher schon mal wegen etwas schuldig gefühlt.

Das Buch hat mich zum Denken angeregt und wird so schnell nicht wieder aus meinem Kopf verschwinden. Wir bekommen ein ernstes Thema offen und ehrlich präsentiert. Die Personen, die dabei im Mittelpunkt stehen, sind sowohl authentisch als auch stark – der eine mehr wie der andere. Ich kann Stevies Geschichte wirklich jedem ans Herz legen, der in das wahre Leben eintauchen und eine Achterbahnfahrt der Gefühle erleben möchte. Mehr Echtheit geht nicht.

Bewertung: 5/5 Sterne

Eher 'alles so schwer' würde ich sagen ...

Janine2610 (12-07-15 22:11)

Leichte und angenehme Kost ist der Inhalt dieses Buches ganz bestimmt nicht. Die Protagonistin Stevie leidet nämlich an einer Essstörung und wurde von ihrem Vater in ein Therapiezentrum geschickt, wo sie wieder gesund werden soll. Dabei hat sie ja ganz andere Pläne ...

Stevies bisheriges (17-jähriges) Leben ist geprägt von dem Glauben, dass sie untragbar, 'zu viel' für ihre Mutter wäre. Sie glaubt, dass ihre Mutter wegen ihr die Familie verlassen hat und dass sie Schuld an dem Unfalltod ihres Bruders Josh war. Für mich also kein Wunder, dass sie dadurch Gedanken ans Verschwinden/sich zu Tode zu Hungern hat.

Leider war mir Stevie von Anfang an unsympathisch. Ihre Gedanken zu den meisten Menschen in der Geschichte sind eher gehässig und abwertend. Natürlich könnte man das auf ihre Krankheit schieben, auf mich hat das aber trotzdem andauernd ziemlich abschreckend und asozial gewirkt. Mit solchen Menschen will ich in der Regel im wahren Leben nichts zu tun haben müssen und so ging es mir beim Lesen auch. Ich bin mit Stevie erst gegen Ende des Buches ein bisschen warm geworden, als sie 'umgänglicher' geworden ist und sympathischere Dinge gedacht oder von sich gegeben hat. (Wer sich den Buchtrailer noch ansieht: genauso unsympathisch, wie die Stimme darin klingt, war mir Stevie im Großteil des Buches auch. - (Für mich) eigentlich die perfekte Stevie-Stimme!)

Ich glaube fast sagen, dass das Buch zum Teil biografisch ist, obwohl die Autorin das so nicht erwähnt. Aber Meg Haston dürfte wohl selbst einmal wegen einer Essstörung in Therapie gewesen sein.
Das Buch ist jedenfalls ein Jugendroman und ich finde, dass es sich auch genau so wie einer liest. Der Inhalt ist manchmal schon echt hart und erschreckend und nicht schön, aber gerade deshalb fand ich den Ausgang der Geschichte auch nicht wirklich zu 100% passend. Der war mir dann doch eine Spur zu schön. Nicht ganz authentisch eben ...

Was mir gut gefallen hat, waren die Rückblenden, die zeitweise vorhanden waren. Darin werden Situationen und Momente erzählt, in denen Stevie mit ihrem Bruder Josh und/oder ihrer Freundin Eden zusammen ist. Es wird darin sehr gut deutlich, wie die Beziehung zu den beiden ist und was die beiden eigentlich für Menschen sind. Und diese Rückblenden, an die sich Stevie erinnert und auch mit ihrer Therapeutin Anna (Stevie hat sie immer SK = Seelenklempner genannt) bespricht, sind in der Therapie wichtige Schlüsselszenen, die ihr wohl auch bei ihrer Genesung helfen.

Ein Buch, in dem es ganz viel um Eltern, Brüder und Freundschaften geht, in dem ein Unfall mit Todesfall der Auslöser einer lebensbedrohlichen Krankheit ist und in dem auch vermittelt wird, dass eine gute Therapie lebensrettend sein kann. Also ein Buch, das definitiv lesenswert ist, von mir aber trotzdem keine fünf Sterne erhält, weil ich mit der Hauptprotagonistin nicht klar gekommen bin.

Zu Tode hungern?

Melanie (12-07-15 08:51)

„Alles so leicht“ entwickelt sich erst nach und nach zu einer runden Story, denn anfänglich wurde ich mit der Protagonistin nicht warm, da sie mir oberflächlich und ihre Gedanken lediglich von Todessehnsucht geprägt. Sich zu Tode zu hungern erschien mir keinesfalls nachahmenswert und ergab auch nicht sofort einen Sinn. Alles hat einen Ursprung, so auch die Bulimie, die hier die Folge eines tiefen seelischen Schmerzes ist. Angefangen in der Kindheit und endend nachdem ihr Bruder Josh bei einem Unfall zu Tode kam. Das Ziel sich zu Tode zu hungern entsteht durch Schuldgefühle, die Stevie nicht anders umzusetzen vermag, als dass sie am ersten Todestag selbst sterben will. Ihr Vater ergreift drastische Mittel und lässt sie in ein Therapiezentrum für Essgestörte einweisen. Dort angekommen, verweigert Stevie alles, sei es Nahrung oder auch Zuneigung der anderen Mädchen. Innerhalb dieser Zeit verändert sich Stevie und wir lernen sie um einiges besser kennen, nehmen Einblick in ihrer Vergangenheit und nehmen somit auch Verlustängste und Schuldgefühle wahr. Es geht hier nicht nur um Essstörungen, obwohl dieses einen hohen Stellenwert hat, sondern zeigt deutlich eine psychische Erkrankung. Nicht nur Stevie wird beleuchtet, sondern auch einige der anderen Mädchen, die sich in Therapie finden, dadurch wird definitiv verdeutlicht, wie wichtig ein gesunder Rahmen auch innerhalb von Familien ist, obwohl eine Essstörung natürlich immer etwas ist, wofür ich mich selbst entscheide. Ein Trauma oder anderes, kann natürlich dazu führen, dass es krankhaft bedingt ist. Ich will mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn es ist mir natürlich auch bewusst, dass auch ein gesundes Familienleben dazu führen kann, dass Mädchen / Jungen an einer Essstörung oder einer psychischen Erkrankung leiden. Dies ist auch nicht die Aussage, die ich machen wollte, es dreht sich hier lediglich um Stevie und diversen anderen Mädchen im Therapiezentrum und dort sind die Familienverhältnisse einfach sehr schwierig und den Mädchen fehlt es an Halt und Lebenswillen.

Insgesamt empfand ich „Alles so leicht“ als sehr authentisch, auch wenn ich ein klein wenig Seiten gebraucht habe, um mit Stevie warm zu werden. Ich hatte mich ganz bewusst für dieses Buch entschieden, da es mich wirklich fasziniert, wie wenig manche Mädchen/Jungen ihren Körper wertschätzen, bzw. die Umstände, die zu dieser Erkrankung führen. Interessant ist hier die Therapeutin Anna, die mich spontan an Anorexia nervosa – Magersucht erinnert und so sicherlich auch von der Autorin gewollt wurde. Bulimie (Ess - Brechsucht) nimmt ebenfalls einen großen Teil des Buches ein, Es dient nicht der Aufklärung, sondern lediglich der Heranführung in die Thematik. Durch den locker - flockigen Schreibstil ist „Alles so leicht“ einem Jugendbuch angemessen und hat mich wirklich bewegt. Bewegt dadurch, dass ich eine zutiefst verletzte junge Frau kennen lerne, die das Leben so wie es zum jetzigen Zeitpunkt ist, nicht attraktiv genug findet, um es weiterzuleben.

Ich könnte so viel mehr von meinen Eindrücken schreiben, würde das Buch aber zu sehr spoilern, daher muss ich mich doch etwas zurücknehmen. Was ich möchte, ist eine Leseempfehlung aussprechen für ein authentisches und auch sehr einfühlsames Jugendbuch, welches eine Erkrankung beleuchtet, die leider viel zu aktuell ist. Zutiefst bewegt haben mich Stevies Beweggründe, die nicht sofort klar sind, sondern sich im Laufe der Therapie entwickeln, nachdem sich Stevie anfängt ihren Problemen zu stellen. Ich konnte mich auf emotionaler Ebene sehr gut auf Stevie einlassen, obwohl dies nicht gleich von Anfang an geschehen konnte. Die ersten Eindrücke erschienen mich förmlich vor Oberflächlichkeit zu erschlagen, was sich dann nach und nach wandeln konnte und sich zu einem Buch entwickelte, was nachdenklich stimmt und zutiefst berühren konnte.

Überraschend ergreifend

CogitoLeider (29-06-15 09:47)

Das Schöne bei Büchern ist, dass man, wenn man den Klappentext nicht allzu genau liest, manchmal völlig überrascht wird. So war es bei mir in diesem Fall, denn ich hatte nicht mitbekommen, dass es in 'Alles so leicht' um Magersucht geht - ich fand das Thema Selbstmord einfach interessant und habe es mir deshalb ausgesucht.

Nachdem ich die erste Überraschung überwunden hatte, gefiel mir das Buch aber von Seite zu Seite besser, weil ich der Meinung bin, hier ein sehr fundiertes Werk zu haben, das mir als absolut nicht Betroffene einiges erklärt und in die Tiefe der Erkrankungen geht, mehr, als ich es bei irgendwelchen Dokus bisher erlebt habe.
Und ich ertappte mich dabei, wie ich einige Stellen markiert habe, weil sie auch mich betreffen und zwar sehr genau. Das spricht meiner Meinung nach für die Qualität der psychologischen Aufarbeitung allgemein und macht 'Alles so leicht' zu einem ganz besonderen Buch. Für mich.
Und ich kann mir gut vorstellen, dass andere das anders sehen.

Die Entwicklung von Stevie fand ich allerdings insgesamt zu 'amerikanisch', ähnlich wie in '28 Tage' mit Sandra Bullock, hatte ich einfach das Gefühl, es geht zu schnell. Entweder sind US-amerikanische Einrichtungen sehr viel besser als deutsche, oder hier wird vereinfacht. Wobei der lange Weg von Stevie durchaus angedeutet wird. Zurück bleibt trotzdem das Gefühl von unrealistischer Darstellung.

Stilistisch fand ich 'Alles so leicht' sehr angenehm zu lesen, vielleicht ein bisschen verwirrend mit den Rückblenden, aber mich hat das gar nicht gestört. Denn so funktioniert der Kopf!

Gewundert hat mich, dass mir am Ende ein paar Tränen kamen, die ich mir nicht erklären kann - höchstens damit, dass es Meg Haston gelungen ist, mir Stevie und ihre Geschichte ans Herz zu legen. Und das finde ich gut.

Fazit?
Tiefer Einblick in das Thema Magersucht, mitreißen dargestellt. Ein überraschend gutes Buch.

Was bleibt am Ende?

Denise (17-06-15 21:23)

Stephanie, Stevie genannt, hat nur ein Ziel: am 1. Jahrestag des Todes ihres Bruders zu verschwinden. Und zwar für immer. Dafür hungert sich, quält sich bis zum Äußersten, damit ihr Körper in genau 28 Tagen schlapp macht. Doch ihr Vater macht ihr einen Strich durch die Rechnung und verfrachtet sie in ein Therapiezentrum. Stevie ist dies gar nicht recht und sie will ihren Plan durchziehen, komme, was wolle.

"Alles so leicht" ist das Debüt von Meg Haston und hat mich berührt. Die Autorin verarbeitet in diesem Jugendroman ihre eigenen Erfahrungen mit Essstörungen und widmet sich mit Gefühl, aber auch dem nötigen Fatalismus einer Kranken dem Thema.

Die Geschiche wird von Stevie selbst erzählt. Und die 17-jährige hat zu Beginn die Arroganz einer Magersüchtigen am viel zu dünnen Leib, die mir nur zu bekannt ist. Ich selbst habe im engsten Freundeskreis mit der Krankheit zu tun und konnte somit Stevies Gedankengänge sehr gut verstehen, auch wenn ich sie als normal gewichtiger Mensch nicht gut heißen kann. Dennoch hat mich das Mädchen sofort für sich eingenommen, denn sie zeigt schonungslos offen, was die Krankheit für sie bedeutet. Und dabei kommt auch ans Licht, wie zerbrechlich sie eigentlich ist, wenn man ihr dies wegnimmt. Das war für mich beim Lesen erstaunlich. So nah konnte mir bisher kein Roman das Thema Anorexie bringen.

Meg Haston gibt ihrer Hauptfigur viele sehr kluge Gedanken mit auf den Weg, aber zeigt auch deutlich, wie teuflisch diese Krankheit ist. Ich hatte am Anfang Bedenken, ob die Autorin das Thema nicht ungewollt positiv darstellt. Doch diese Angst hat sie mir mit Fortschreiten der Geschichte genommen. An Anorexie ist nichts positives und das erkennt auch Stevie. Das wusste das Mädchen schon, als sie begann zu hungern. Und das hinterlässt bei mir ein Gefühl des Verständnisses. Zudem bin ich beeindruckt, wie stark die 17-jährige wirkt und wie viel Kraft sie für ihre Rolle aufbringt. Das hat die Autorin grandios eingefangen.

Die Story selbst ist eher ruhig und dreht sich vor allem um die Therapie selbst. Meg Haston beschreibt den Alltag im Zentrum sehr realitätsnah und für mich nachvollziehbar. Die einzelnen Stunden sowie auch die Gruppentherapie haben bei mir Eindruck hinterlassen. Denn genau so sieht der Alltag dort aus!

Das Ende ist weder hochdramatisch noch übertrieben zuckersüß. Es passt zum kompletten Roman und lässt Hoffnung schöpfen für Stevie und ihre Mitpatientinnen. Toll!

Der Stil der Autorin ist sehr gut und flüssig zu lesen. Meg Haston trifft die Arroganz und Kaltschnäuzigkeit der Jugendlichen mit einer Genauigkeit, die mich beeindruckt hat.

Fazit: wer sich mit dem Thema Anorexie auseinandersetzen möchte, sollte zugreifen. Das Buch kann ich nur empfehlen.




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