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Geschichten-Werkstatt

Kommt mit in die Welt von Gaspard Amundsen und seiner Illustratorin Laura Fuchs!

Die Illustratorin Laura Fuchs hat uns exklusiv hinter die Kulissen blicken lassen und uns verraten, was sie mit Gaspard verbindet, wie sie arbeitet und wo sie sich Zuhause fühlt.

 

Die Menschen die mich kennen, wissen, dass ich einige Eigenschaften mit Gaspard dem Krokodil teile. Abenteuer in Büchern erleben, ist genauso meine Leidenschaft wie Tee, Naschereien und die Gemütlichkeit, die es braucht, dies gebührend zu genießen.
Es gibt allerdings auch Dinge, bei denen wir ganz und gar nicht zusammenpassen. Während Gaspard durch und durch Stadtkrokodil ist, bin ich viel mehr in der Ruhe der Natur zu Hause. Ich bin gern und viel draußen unterwegs, während Gaspards sportliche Höchstleistung – zumindest vor seiner Weltreise – darin besteht, neue Butterhörnchen in der Pâtisserie zu besorgen.

Obwohl mein aktueller Wohn- und Arbeitsort eine Großstadt ist, ist Hamburg meine geliebte Wahlheimat. Am liebsten erkunde ich mit meinem Hund Mortimer die grüne Umgebung abseits des Trubels. Dort, umgeben von Bäumen und Flüssen, formieren sich meine vielen Gedanken und Ideen am besten zu Bildern und Geschichten. Es ist kein Zufall, dass Gaspard auf seiner Reise so viele unterschiedliche Naturwelten entdeckt, denn eben die faszinieren mich ungemein.

Mit dem Entdecken und Erschaffen von neuen und vor allem fantasievollen Welten habe ich schon sehr früh begonnen. Aufgewachsen auf dem Land, in einer mir oft zu engstirnigen Umgebung, fiel ich schon früh auf und schien nicht so recht ins Bild zu passen. Also begann ich, mir die Welten zu suchen, in die ich besser passte. Bücher waren dabei meine treuesten und wichtigsten Begleiter. In diesen Geschichten ging es um Courage und Selbsterkenntnis, um Fantasie und die Neugier auf die Welt und das Leben. Viele Geschichten haben mich stark beeinflusst und dazu beigetragen, dass ich heute selbst Geschichten über eben diese Themen erzählen möchte.

Die Malerei war dabei schon immer da. Schon im Kindergarten bin ich mit meiner außerordentlichen Leidenschaft für alles kreativ Schaffende aufgefallen. In der dritten Klasse wünschte ich mir eine professionelle Holzstaffelei. Bevor ich tatsächlich eine bekam, wurde ich immer wieder gefragt, ob ich mir dabei sicher sei. Zum Glück wusste ich aber schon damals ziemlich genau, was ich will und eben diese Holzstaffelei besitze ich immer noch – auch wenn ich heute auf viel kleineren Formaten arbeite.

Arbeiten tue ich neuerdings übrigens in einem Atelierzusammenschluss mit einigen Illustratorenkollegen. Das Atelier liegt in Hamburg über dem Fischmarkt auf St. Pauli. Für meine Vorliebe für ruhige Plätze in der Natur natürlich auch eine kleine Umstellung, aber zu viel Einsamkeit am Arbeitsplatz tut eben auch überhaupt nicht gut. Wenn ich dann das alte Kopfsteinpflaster an der Elbe entlang spaziere, um mich herum die außergewöhnlichen Rotklinker–Industrie-Altbauten und mir der nordische Wind den leichten Algengeruch um die Nase weht, dann ist das Stadtleben doch auch manchmal ziemlich schön.

Da bekomme ich auch gleich Lust, meine Reisestaffelei einzupacken und mit Kegel und Hund durch die Straßen zu ziehen, um dort zu malen, wo ich schöne Orte finde. Eigentlich bin ich aber eher ein zurückgezogener Maler. Ich brauche für meine Arbeit viel Ruhe und Zeit – die detailreichen, aufwändigen Illustrationen in Die fabelhafte Reise des Gaspard Amundsen lassen erahnen, dass ich dabei sehr viel Geduld habe. Wenn ich dann noch eine Kanne Tee und ein gutes Hörbuch dazu habe, ist mein Arbeitstag perfekt. Meine Vorzeichnungen zeichne ich übrigens nun seit einiger Zeit auf meinem digitalen Grafiktablet. Bei so vielen Details und besonderen Perspektiven ist es sehr hilfreich, die Zeichnung am Computer leichter verändern und verschieben zu können. Wenn das beendet ist, übertrage ich die Reinzeichnung auf das Aquarell-Papier. Dann startet die aufwändige Handarbeit mit Pinsel und Aquarellfarben. Dabei ist regnerisches Wetter und der Winter meine Lieblingsarbeitszeit. Wenn die Sonne stets durchs Fenster ruft und die Hitze jeden Gedankenfluss austrocknet, habe ich das Gefühl, der Sommer schließt die Tür zu den anderen Welten, in die ich doch so unbedingt eintauchen muss.

Diesen Sommer über hatte ich aber auch noch viel Organisatorisches zu tun, als die reine, geduldige Illustrationsarbeit, die bald wieder startet. Zum Buchrelease von Gaspard im Juli habe ich eine Ausstellung in Hamburg organisiert, wo neben den Originalmalereien auch ein Stück von seiner Welt zu sehen war. Besonders begeistert haben die Besucher übrigens Gaspards Lieblingsnascherei, das Salzkaramell, probiert. Außerdem haben wir bei der Eröffnungs- und Buchreleasefeier in der dunklen Tiefsee zwischen fluoreszierenden Quallen getanzt. Dazu habe ich auch die ganze Fensterfront mit schwarzer Sprühkreide verdunkelt. Ich glaube, das Zeug steckt mir immer noch in der Nase.

Da sich der Sommer nun ganz langsam dem Ende zu neigt und in meine absolute Lieblingsjahreszeit, den Herbst, übergeht, freue ich mich jetzt auf die intensive Arbeit an meinem zweiten Buch, das nächstes Jahr erscheinen soll.

Und bis dahin wünsche ich allen Freunden von Gaspard Amundsen jede Menge Lesespaß bei Tee und Karamell. Auf, auf ins Abenteuer!

Eure Laura Fuchs

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Buch zum Beitrag

Martin Gülich, Laura Fuchs, Laura Fuchs

Die fabelhafte Reise des Gaspard Amundsen

107 Jahre hat das Großstadtkrokodil Gaspard glücklich und zufrieden in seinem vertrauten Zuhause verbracht. Und 107 Jahre lang hat es ihm an nichts gefehlt. Aber eines Morgens ist alles anders. mehr ...

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