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  • Interview mit Patrick Hertweck

    Autoreninterview

    Im Interview verrät uns Patrick Hertweck mehr über seinen neuen Abenteuerroman „Tara & Tahnee“ und das besondere Setting der Geschichte.

     

    Handlungsort Ihres neuen Kinderbuchs ist unter anderem San Francisco nach dem Ende des Goldrauschs. Was hat Sie zu diesem besonderen Setting inspiriert?

    Durch Zufall fiel mir ein Artikel in die Hände, in dem stand, dass an der Küste von San Francisco beim Bau neuer Gebäude Schiffswracks entdeckt worden waren. Einst lagen nämlich in der Bucht von San Francisco Hunderte verlassener Schiffe vor Anker, die sogenannte Armada of Golden Dreams. Ab 1860 begann man damit, die Schiffe zu versenken. Das verrottende Holz und die Zwischenräume wurden mit Erde und Sand aufgefüllt, um Neuland zu gewinnen. Heute befindet sich mit dem Financial District eine der teuersten Gegenden San Franciscos an dieser Küste.

     

     

    Woher kamen die vielen Schiffe?

    1848 wurde Gold in der Gegend entdeckt. Im Jahr darauf startete in Kalifornien der legendäre Goldrausch. Die meisten Forty-Niners, wie man die Goldsucher nannte, kamen über den Seeweg an die Westküste der USA. So wurde San Francisco über Nacht der Hauptankerplatz zahlloser Schiffe, prall gefüllt mit potentiellen Goldsuchern aus aller Herren Ländern. Nach dem Goldrausch begannen viele Schiffe zu verfaulen. Andere fanden einen neuen Verwendungszweck als Mietskasernen, Lagerstätten, Hotels oder Tavernen.

    In der Geschichte wird San Francisco auch „Yerba Buena“ genannt. Was hat es damit auf sich?

    Anfang des 19. Jahrhunderts stand am heutigen Standort von San Francisco das kleine Dorf Yerba Buena. Dort gab es etwa ein Dutzend Häuser und fünfzig Bewohner, vorwiegend Abenteurer, Trapper, Pelzhändler und gestrandete Piraten. 1847 wurde Yerba Buena Teil der Vereinigten Staaten und der Name der Siedlung in San Francisco geändert. Kurz darauf startete der Goldrausch und das Dorf verwandelte sich binnen kürzester Zeit in eine schmutzige, gesetzlose Stadt, die zunächst beinahe ausnahmslos von Männern bevölkert wurde.

     

     

    In Ihrem Erstling tauchten Zwerge, Magier und Meisterdiebe auf. In Ihrem neuen Buch begegnen wir Indianern, Goldgräbern, Kopfgeldjägern und vielen anderen mehr. Was fasziniert Sie an solchen Figuren?

    Ich denke, dass ich das Schreiben so sehr liebe, weil ich auf diese Weise aus unserer oft lauten und von technischen Errungenschaften geprägten Gegenwart entfliehen und in meiner Fantasie an komplett gegensätzlichen Orten der Vergangenheit verweilen darf. Bei meinen Recherchen stoße ich dabei immer wieder auf Charaktere, die man so heute nicht mehr antrifft, und auf Biographien, die höchst ungewöhnlich sind. Darum tauchen in meinen Büchern zwangsläufig stets skurrile und ausgefallene Figuren auf.

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