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Geschichten-Werkstatt

Der Alltag einer Kinderbuchautorin

Sabine Bohlmann ist Schauspielerin, Synchronsprecherin und leidenschaftliche Kinderbuchautorin. Doch wie sieht der Alltag der Schriftstellerin eigentlich aus? Und wie kommt sie auf die vielen tollen Ideen für ihre ganzen Geschichten?
Hier könnt ihr einen Einblick in das Leben einer Kinderbuchautorin erhaschen und wie sie zu ihrem Bilderbuch, „Die Geschichte vom kleinen Siebenschläfer, der nicht einschlafen konnte“ mit den liebevollen Illustrationen von Kerstin Schoene, inspiriert wurde.

 

Alltag?

Gibt es nicht. Jeder Tag ist anders. Aber wenn ich zu schreiben anfange, mache ich mir zuerst einen Schreibplan. Wie viel muss ich am Tag schreiben, um den Abgabetermin zu schaffen? Und dann klebe ich mein Moodboard. Das ist ein Stimmungsboard. Da schneide ich Bilder aus Zeitschriften oder drucke mir Fotos aus dem Internet aus, die mit meiner Geschichte zu tun haben und die mich inspirieren. Das Moodboard hänge ich neben meinen Computer. Außerdem lege ich ein Heft an, in das ich alle Episoden, Charaktere und Ideen schreibe. Auch wenn ich etwas recherchieren muss, kommt das da rein.  Und dann kann es losgehen.

Wie kommt man auf die Ideen für neue Geschichten?

Manchmal fliegt einen eine Geschichte an. Irgendwo, egal wo man gerade ist. Das kann beim Autofahren sein, Mitten in der Nacht (die weckt einen dann und lässt einen nicht mehr schlafen), es kann auch während der Yogastunde und während man gerade an nichts denken soll sein.
Ich hab immer mein kleines Büchlein und einen Stift dabei. Ich muss das dann, egal wo und wann, aufschreiben. Zumindest in Stichpunkten. Tu ich es nicht, ist mein Kopf so voll und ich hab immer Angst, die Geschichte wieder zu verlieren. Dann sucht sie sich einen anderen, der sie schreiben darf.
Und manchmal setzt man sich an einen Tisch und hat eine Vorlage von einem Verlag, was in der Geschichte vorkommen soll und für welches Alter sie sein soll. Dann saugt man sich die Geschichte aus den Fingern in den Stift und aufs Papier. Aber auch das geht. Es macht genauso viel Spaß. Früher haben meine Kinder mir abends manchmal drei Worte gesagt, die in der Geschichte vorkommen müssen, die ich ihnen erzählen soll. Und so ähnlich ist das dann auch.

Und der Siebenschläfer?

Ich liebe Wortspielereien. Ich frage mich oft, warum die Dinge so heißen, wie sie heißen. Ich habe auch eine Geschichte von der Eintagsfliege, die länger lebte als sie dachte, geschrieben. Und da habe ich mir eben Gedanken über den Siebenschläfer gemacht. Warum heißt der so?
Ursprünglich dachte man, er hieße so, weil er sieben Monate Winterschlaf hält. Aber eigentlich dauert sein Winterschlaf von Anfang September bis Anfang Mai des nächsten Jahres. Und damit sogar noch länger als sieben Monate. Neun Monate. Im Volksglauben werden die Siebenschläfer mit den Sieben Schläfern in Verbindung gebracht und je nach Stimmung als gute oder böse Hausgeister gedeutet. Die Sieben Schäfer wiederum stammen aus einer Legende. Sie erzählt von sieben jungen Männern, die während einer Glaubensverfolgung Schutz in einer Höhle suchen und von Gott behütet mehrere Jahrhunderte schlafen. Aber das wäre ja schon wieder eine andere Geschichte ...

Der Siebenschläfer ist übrigens ein wirklich putziges Kerlchen. – Der Siebenschläfer heißt  lateinisch Glis-glis und so sollte der Siebenschläfer in der Geschichte anfangs auch heißen. Aber da die anderen Tiere alle nur Bär und Schnecke und so weiter hießen, entschlossen wir uns schließlich, ihn auch einfach Siebenschläfer zu nennen.    

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