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Interview mit Susanne Preußler-Bitsch und Daniel Napp

Zum 50. Jubiläum des kleinen Gespenstes gibt es nun endlich das erste Bilderbuchabenteuer für die ganz Kleinen. Wir haben bei Otfried Preußlers Tochter, Susanne Preußler-Bitsch und dem Illustrator Daniel Napp nachgefragt, was sie mit dem kleinen Gespenst verbindet, welche Erinnerungen sie daran haben und was bei die Umsetzung des Bilderbuchs von Bedeutung war.
 

„Das kleine Gespenst“ wird in diesem Jahr 50 Jahre alt und ist schon seit langem ein Klassiker der Kinderliteratur. Frau Preußler-Bitsch, Sie sind eine der drei Töchter von Otfried Preußler und waren noch ein Kind als Ihr Vater „Das kleine Gespenst“ verfasst hat. Was sind Ihre Erinnerungen daran?


In der Familie Preußler spielten die Figuren aus den Büchern meines Vaters immer eine sehr große Rolle. Sie waren in unseren Alltag eingebunden; ja sie lebten quasi mit uns.
Neben dem Räuber Hotzenplotz, der kleinen Hexe und dem kleinen Wassermann hat auch das kleine Gespenst meine Kindheit begleitet. Wenn wir z.B. wieder einmal wenig begeistert mit den Eltern irgendwelche Museen besichtigen mussten, hielt uns der Vater mit einem Spiel bei Laune. Wir malten uns aus, was man als Gespenst in den ehrwürdigen Hallen alles anstellen könnte: Jede verschlossene Truhe ließe sich öffnen, wir könnten durch die Glasscheiben in die Vitrinen fassen und uns die kostbaren Ausstellungsstücke mal gründlich aus der Nähe betrachten und und und… So kam dann doch nie Langeweile auf und auch bei meinen Kindern hat diese Methode später bestens funktioniert.

Ihr Vater hat einige wunderbare Figuren erdacht. Was gefällt Ihnen am kleinen Gespenst besonders?


Ich mag die Unbekümmertheit, mit der das kleine Gespenst durch seine Burg geistert und Abenteuer erlebt. Es ist für mich ein überaus sympathisches Wesen, weil es so unkompliziert und fröhlich auf Eulenstein lebt und seinem Freund, dem Uhu Schuhu, so zugetan ist.
Ich mag seine Neugierde, mit der es mich als Leser einlädt, in seinem herrlichen Gespenster-Kosmos spazieren zu gehen. Und ich mag seinen Mut und seinen Gerechtigkeitssinn: Wie furchtlos und unbekümmert es sich mit dem legendären General Torsten Torstenson anlegt, und dabei, ohne jede böse Absicht, ein riesiges Chaos verursacht.

 

Frau Preußler-Bitsch, Sie haben angelehnt an das Kinderbuch einen Bilderbuchtext entwickelt. Was war dabei die größte Herausforderung?


Das kleine Gespenst feiert heuer seinen 50. Geburtstag, und so kam die Idee auf, diese liebenswerte Figur in einem Bilderbuch auch Kindern im Vorlesealter nahe zu bringen. Da ich mich in dem kleinen-Gespenst-Kosmos bestens auskenne, war es keine allzu große Schwierigkeit diese Geschichte zu entwickeln. Es gab sie ja längst schon als Idee in variantenreicher Buntheit, sie musste quasi nur noch aufgeschrieben werden. Dabei habe ich mich sehr am Buch orientiert und versucht, möglichst viel vom Originalton meines Vaters einfließen zu lassen.

 

Lieber Herr Napp, nach „Der kleine Wassermann“ ist „Das kleine Gespenst“ schon das zweite Buch aus dem Werk Preußlers, das Sie als Bilderbuch umsetzen. In wie weit waren Ihnen die Originalzeichnungen von F.J. Tripp ein Vorbild?


Ich habe die Proportionen von Tripps Gespenst übernommen und es mit neuen Augen versehen, die im Bilderbuch besser funktionieren. Mit verblassenden Aquarellflächen konnte ich außerdem eine Dreidimensionalität erzeugen.

Welche Technik haben Sie für die Illustrationen verwendet?


Ich habe jedes Gespenst auf meinen Aquarellen mit Photoshop digital ausgeschnitten, den freigewordenen Bereich retuschiert und dann die Figur wieder darüber eingesetzt. Mit weiteren Retuschierarbeiten habe ich das Gespenst an einigen Stellen transparent erscheinen lassen – was in den Originalarbeiten natürlich nicht zu sehen ist. Auch das leichte Schimmern ist mit Photoshop erzeugt.

Herr Napp, was verbindet Sie mit Preußlers „kleinem Gespenst“?


Wir sind beide nachtaktiv.

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