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Wie Anna Apfelkuchen in Sues Leben wirbelte ...

Schriftstellerin, Modeschöpferin, Kreativgenie: Was die Autorin von Anna Apfelkuchen den lieben langen Tag so anstellt, erzählt sie euch hier.

Modedesignerin und Schriftstellerin. Sie haben also meistens einen Stift in der Hand, nehme ich an. Welche Gemeinsamkeiten gibt es noch bei diesen Berufen?

Ehrlich gesagt, habe ich leider ziemlich selten einen Stift in der Hand, was ich sehr schade finde, denn ich liebe Stifte. Heutzutage macht man ja fast alles mit dem Laptop. Sehr praktisch, aber manchmal einfach nicht so schön, wie mit einem Stift.
Die größte Gemeinsamkeit bei beiden Berufen würde ich darin sehen, dass sie Bilder in meinem Kopf auslösen, die ich versuche, auf die ein oder andere Weise, umzusetzen, um sie nach außen in unsere Welt zu tragen. Und wenn diese Welt dann sagt „Wow, das ist toll“, dann ist das das allerschönste Gefühl, das es gibt.

Sie sind ein Kreativgenie. Woher nehmen Sie Ihre Inspiration?

Ich finde, Inspiration kommt gleichermaßen von innen und von außen. Viele Ideen sind einfach in meinem Kopf und wollen raus.
Aber viele entstehen auch durch Gespräche, lustige Begebenheiten, einen Tag im Schwimmbad oder drei Stunden auf der Holzbank vor meinem Lieblingszeitungsladen. Da gibt es tausend Möglichkeiten. Wichtig ist eigentlich nur, dass man die Inspiration als solche erkennt, wenn sie auftaucht, sie dann fließen lässt und ihr die Freiheit gibt in alle Richtungen zu fliegen. So wie es Schmendrik, der Zauberer, beim letzten Einhorn immer sagt: „Magie, tu was du willst.“
Leider geht das bei ihm ja oft mal schief. Damit muss man dann aber eben auch leben können.

Wie sieht ein typischer Tag im Leben von Sue Glanzner aus?

Echt jetzt? Wollt ihr das wirklich wissen? :D
Um ehrlich zu sein muss ich gestehen, dass meine Tage ganz oft dem typischen Künstlerklischee entsprechen. Ich schlafe lange, dann trinke ich Kaffee in unserem Viertel, treffe mich mit Freunden... und manchmal, ja manchmal muss ich dann tatsächlich auch arbeiten, was ich aber bevorzugt nachts tue. Da habe ich dann die nötige Ruhe, um Gedanken laufen zu lassen und Neues zu erschaffen. Die „Welt am Tag“ ist mir oft einfach zu laut und zu hektisch dafür. Ich selbst behaupte immer, ich bin schrecklich faul, allerdings liegt das vielleicht daran, dass all die Dinge, die ich tue, mir so viel Spaß machen, dass ich sie gar nicht „Arbeit“ nennen möchte.

Was haben Sie mit Ihrer Protagonistin Anna Apfelkuchen außer den schwarzen Haaren gemeinsam?

Ooooh, sehr viel: Zuerst versucht Anna ja immer, das Positive in allem zu entdecken, zuzuhören und Neues zu lernen.
So bin ich auch. Wir sind beide neugierig und weigern uns, nur das zu glauben, was wir sehen, kennen oder von dem andere behaupten, es sei so, weil es schon immer so war oder 'so gehört'. An dieser Stelle sollte ich vielleicht einfach Pippi Langstrumpf zitieren: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“
... und das haben wir drei wirklich gemeinsam.

Und wie ist Anna Apfelkuchen in Ihr Leben gewirbelt?

Komische Geschichte: ich hatte Liebeskummer und wollte meinem Leben einen neuen Sinn geben. Und das schnell. Also kam ich auf die Idee, in einem Kinderkrankenhaus ehrenamtlich Geschichten vorzulesen, was ich aber nicht als 'Sue', sondern als 'Anna Apfelkuchen' tun wollte. Dort sagte man mir leider, Anna und ich würden „nicht ins Programm passen“ und ich war schrecklich beleidigt. Eigentlich aus reinem, kindlichen Trotz heraus habe ich dann beschlossen, aus Anna selbst Geschichten zu machen. Sollten sie ruhig sehen, was sie davon hatten, diese Bürokraten. Und plötzlich kam eins zum anderen, mal schneller, mal langsamer, gepaart mit furchtbar viel Glück, unglaublicher Hilfe von wahnsinnig tollen Menschen...
... und jetzt ist sie da, die Anna. Und ich bin Schriftstellerin. Total verrückt...

Haben auch Sie einen Besen, der Dreck ins Haus fegt, statt hinaus?

Ich habe tatsächlich einen Reisigbesen, wie der von Anna. Den hat mir meine Mama machen lassen als ich Vierzehn war, weil ich immer eine Hexe sein wollte. Allerdings kann der nichts und ich glaube, der TÜV ist auch abgelaufen. Zwischendurch spreche ich mit ihm, aber im Putzen ist er auch nicht so talentiert wie mein Staubsauger. Das hat er wohl mit Annas Besen gemeinsam. Aber ich bin mir ziemlich sicher, dass er seine volle Kraft erst entfaltet, wenn ich mal einen Einbrecher verjagen muss und bis dahin steht er eben nur in der Ecke und wird von mir geliebt.

Buch zum Beitrag

Susanne Glanzner, Eleni Livanios

Anna Apfelkuchen

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