Thienemann-Esslinger

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Geschichten-Werkstatt

Was wäre die Welt ohne unseren kleinen Rabenhelden?

Fast hätte es den kleinen Raben Socken nicht gegeben! Illustratorin Annet Rudolph über die Geburtsstunde des kleinen Rabenhelden.

Wie kam es zur Zusammenarbeit mit Nele Moost?

Ich habe Frau Moost schon während meines Studiums kennen gelernt, als sie noch als Lektorin für einen Berliner Kinderbuchverlag arbeitete. Irgendwann fing sie selber an zu schreiben. Sie zeigte mir die Texte, unter denen auch „Alles meins!“ war. Ich war begeistert und reichte das Manuskript an den Esslinger Verlag weiter, für den ich schon damals tätig war. Der damalige Verleger lehnte es ab. Daraufhin habe ich ihn mit Anrufen, Faxen und Briefen bombardiert, auf denen ich den Raben zeichnete und erklärte, dass ich unbedingt dieses Buch mit ihm machen möchte. Irgendwann war er total entnervt und meinte, ich sollte dieses „gottverdammte Buch“ machen.

In welcher Technik illustrieren Sie die Rabengeschichten?

Aquarell mit Buntstift und Kreiden.

Hat sich die Technik in den Jahren verändert?

Die Technik nicht, aber das Aquarellpapier und das macht mich wahnsinnig!

Wieso hat der kleine Rabe nur eine Socke?

In „Alles Meins!“ stibitzt der kleine Rabe alles, was nicht niet- und nagelfest ist. In meinen Bildern erzähle ich gerne eigene kleine Geschichten. Unter anderem ließ ich ihn sich weitere Dinge aneignen, die nicht im Text vorkamen. So auch gleich im ersten Bild eine Socke von der Wäscheleine im Hintergrund. Damit die Kinder das entdecken können, musste eine Socke hängen bleiben. Das hat den kleinen Kerl natürlich gefuchst, zu gerne hätte er nämlich beide Socken gehabt.

Wie viel Freiheit lässt der Text bei der Gestaltung der Figuren?

Sehr viel, denn nirgendwo steht, wie die Figuren auszusehen haben und ich kann meiner Fantasie freien Lauf lassen. Wobei sich die Figuren im Falle der Rabenbücher ja ausschließlich in „Alles meins!“ entwickelt und sich nicht mehr verändert haben.

Die Illustrationen zu den Abenteuern enthalten ja viele Details, die Kindern aus ihrem Alltag gut bekannt sind, wie z.B. Schildmützen, Skateboards oder Spaghettis zum Mittagessen. Woher nehmen Sie die Ideen?

Es macht mir enorm viel Spaß, mir Details auszudenken. Der Alltag bietet viele Anregungen und ich beobachte gerne. Da findet sich auch schon mal die ein oder andere Begebenheit eines Nachbarn in den Bildern wieder oder Gegenstände aus meinem eigenen Umfeld.

Das Interview führte Doreen Schindler, 2005.

Buch zum Beitrag

Nele Moost, Annet Rudolph

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